Nacht. Straße vor Gretchens Türe 第十九场 夜

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楼主 2020-06-29 12:09:57
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Der Tragödie Erster Teil

悲剧第一部 · 歌德


19

Nacht. Straße vor Gretchens Türe


Valentin, Soldat, Gretchens Bruder.


Wenn ich so saß bei einem Gelag,

Wo mancher sich berühmen mag,

Und die Gesellen mir den Flor

Der Mägdlein laut gepriesen vor,

Mit vollem Glas das Lob verschwemmt,

Den Ellenbogen aufgestemmt,

Saß ich in meiner sichern Ruh,

Hört all dem Schwadronieren zu

Und streiche lächelnd meinen Bart

Und kriege das volle Glas zur Hand

Und sage: »Alles nach seiner Art!

Aber ist eine im ganzen Land,

Die meiner trauten Gretel gleicht,

Die meiner Schwester das Wasser reicht?«

Topp! Topp! Kling! Klang! das ging herum;

Die einen schrieen: »Er hat recht,

Sie ist die Zier vom ganzen Geschlecht.«

Da saßen alle die Lober stumm.

Und nun!- um's Haar sich auszuraufen

Und an den Wänden hinaufzulaufen!-

Mit Stichelreden, Naserümpfen

Soll jeder Schurke mich beschimpfen!

Soll wie ein böser Schuldner sitzen

Bei jedem Zufallswörtchen schwitzen!

Und möcht ich sie zusammenschmeißen

Könnt ich sie doch nicht Lügner heißen.


Was kommt heran? Was schleicht herbei?

Irr ich nicht, es sind ihrer zwei.

Ist er's, gleich pack ich ihn beim Felle

Soll nicht lebendig von der Stelle!

Faust. Mephistopheles.

FAUST:

Wie von dem Fenster dort der Sakristei

Aufwärts der Schein des Ew'gen Lämpchens flämmert

Und schwach und schwächer seitwärts dämmert,

Und Finsternis drängt ringsum bei!

So sieht's in meinem Busen nächtig.

MEPHISTOPHELES:

Und mir ist's wie dem Kätzlein schmächtig,

Das an den Feuerleitern schleicht,

Sich leis dann um die Mauern streicht;

Mir ist's ganz tugendlich dabei,

Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei.

So spukt mir schon durch alle Glieder

Die herrliche Walpurgisnacht.

Die kommt uns übermorgen wieder,

Da weiß man doch, warum man wacht.

FAUST:

Rückt wohl der Schatz indessen in die Höh,

Den ich dort hinten flimmern seh?

MEPHISTOPHELES:

Du kannst die Freude bald erleben,

Das Kesselchen herauszuheben.

Ich schielte neulich so hinein,

Sind herrliche Löwentaler drein.

FAUST:

Nicht ein Geschmeide, nicht ein Ring,

Meine liebe Buhle damit zu zieren?

MEPHISTOPHELES:

Ich sah dabei wohl so ein Ding,

Als wie eine Art von Perlenschnüren.

FAUST:

So ist es recht! Mir tut es weh,

Wenn ich ohne Geschenke zu ihr geh.

MEPHISTOPHELES:

Es sollt Euch eben nicht verdrießen,

Umsonst auch etwas zu genießen.

Jetzt, da der Himmel voller Sterne glüht,

Sollt Ihr ein wahres Kunststück hören:

Ich sing ihr ein moralisch Lied,

Um sie gewisser zu betören. (Singt zur Zither.) Was machst du mir

Vor Liebchens Tür,

Kathrinchen, hier

Bei frühem Tagesblicke?

Laß, laß es sein!

Er läßt dich ein

Als Mädchen ein,

Als Mädchen nicht zurücke.


Nehmt euch in acht!

Ist es vollbracht,

Dann gute Nacht'

Ihr armen, armen Dinger!

Habt ihr euch lieb,

Tut keinem Dieb

Nur nichts zulieb

Als mit dem Ring am Finger.

VALENTIN (tritt vor):

Wen lockst du hier? beim Element!

Vermaledeiter Rattenfänger!

Zum Teufel erst das Instrument!

Zum Teufel hinterdrein den Sänger!

MEPHISTOPHELES:

Die Zither ist entzwei! an der ist nichts zu halten.

VALENTIN:

Nun soll es an ein Schädelspalten!

MEPHISTOPHELES (zu Faust):

Herr Doktor, nicht gewichen! Frisch!

Hart an mich an, wie ich Euch führe.

Heraus mit Eurem Flederwisch!

Nur zugestoßen! ich pariere.

VALENTIN:

Pariere den!

MEPHISTOPHELES:

Warum denn nicht?

VALENTIN:

Auch den!

MEPHISTOPHELES:

Gewiß!

VALENTIN:

Ich glaub, der Teufel ficht! Was ist denn das? Schon wird die Hand mir lahm.

MEPHISTOPHELES (zu Faust):

Stoß zu!

VALENTIN (fällt):

O weh!

MEPHISTOPHELES:

Nun ist der Lümmel zahm! Nun aber fort! Wir müssen gleich verschwinden

Denn schon entsteht ein mörderlich Geschrei.

Ich weiß mich trefflich mit der Polizei,

Doch mit dem Blutbann schlecht mich abzufinden.

MARTHE (am Fenster):

Heraus! Heraus!

GRETCHEN (am Fenster):

Herbei ein Licht!

MARTHE (wie oben):

Man schilt und rauft, man schreit und ficht.

VOLK:

Da liegt schon einer tot!

MARTHE (heraustretend):

Die Mörder, sind sie denn entflohn?

GRETCHEN (heraustretend):

Wer liegt hier?

VOLK:

Deiner Mutter Sohn.

GRETCHEN:

Allmächtiger! welche Not!

VALENTIN:

Ich sterbe! das ist bald gesagt

Und balder noch getan.

Was steht ihr Weiber, heult und klagt?

Kommt her und hört mich an!

(Alle treten um ihn.)

Mein Gretchen, sieh! du bist noch jung,

Bist gar noch nicht gescheit genung,

Machst deine Sachen schlecht.

Ich sag dir's im Vertrauen nur:

Du bist doch nun einmal eine Hur,

So sei's auch eben recht!

GRETCHEN:

Mein Bruder! Gott! Was soll mir das?

VALENTIN:

Laß unsern Herrgott aus dem Spaß!

Geschehn ist leider nun geschehn

Und wie es gehn kann, so wird's gehn.

Du fingst mit einem heimlich an

Bald kommen ihrer mehre dran,

Und wenn dich erst ein Dutzend hat,

So hat dich auch die ganze Stadt.


Wenn erst die Schande wird geboren,

Wird sie heimlich zur Welt gebracht,

Und man zieht den Schleier der Nacht

Ihr über Kopf und Ohren;

Ja, man möchte sie gern ermorden.

Wächst sie aber und macht sich groß,

Dann geht sie auch bei Tage bloß

Und ist doch nicht schöner geworden.

Je häßlicher wird ihr Gesicht,

Je mehr sucht sie des Tages Licht.


Ich seh wahrhaftig schon die Zeit,

Daß alle brave Bürgersleut,

Wie von einer angesteckten Leichen,

Von dir, du Metze! seitab weichen.

Dir soll das Herz im Leib verzagen,

Wenn sie dir in die Augen sehn!

Sollst keine goldne Kette mehr tragen!

In der Kirche nicht mehr am Altar stehn!

In einem schönen Spitzenkragen

Dich nicht beim Tanze wohlbehagen!

In eine finstre Jammerecken

Unter Bettler und Krüppel dich verstecken,

Und, wenn dir dann auch Gott verzeiht,

Auf Erden sein vermaledeit!

MARTHE:

Befehlt Eure Seele Gott zu Gnaden!

Wollt Ihr noch Lästrung auf Euch laden?

VALENTIN:

Könnt ich dir nur an den dürren Leib,

Du schändlich kupplerisches Weib!

Da hofft ich aller meiner Sünden

Vergebung reiche Maß zu finden.

GRETCHEN:

Mein Bruder! Welche Höllenpein!

VALENTIN:

Ich sage, laß die Tränen sein!

Da du dich sprachst der Ehre los,

Gabst mir den schwersten Herzensstoß.

Ich gehe durch den Todesschlaf

Zu Gott ein als Soldat und brav.

(Stirbt.)




第十九场


格蕾辛家门外街道。

瓦伦廷。(兵士,格蕾辛之兄。)


瓦伦廷

我常常坐在酒席筵前,

许多人都在夸夸其谈,

朋友们对我大声矜夸,

称赞什么少女之花,

满斟大杯,赞不绝口,

那时我总是撑着臂肘,

坐在那里,沉着镇定,

听他们牛皮吹个不停,

于是微笑着抹抹胡须,

拿起斟得满满的酒杯,

说道:各有各的长处!

可是全国可有一位

能跟我的格蕾辛媲美,

配给我的妹妹打水?

对!对!当!当!碰杯声起;

有人叫道:你说得恰当,

她是全体女性之光!

于是夸口者不复论议。

如今!我真要把头发扯光,

我真气得要去跳墙!——

任何无赖都要对我

嗤之以鼻,冷言骂我!

我就象是欠债不还,

听无心的话也出冷汗!

我要把他们痛打一场,

却又不能说他们撒谎。

 

谁走来了!鬼鬼祟祟!

没看错的话,是有两位。

若是他,我就一把揪住他,

不让他留着活命回家!

(浮士德。梅非斯特。)

浮士德

就象从那边圣器室的窗里,

长明灯的光向着上方照射,

而向侧面却逐渐减弱,

黑暗在四周团团进逼,

我的心就如此被黑夜笼罩。

梅非斯特

我的心象那虚弱的小猫,

悄悄走过救火梯旁边,

再沿着墙根轻轻溜远;

但我却完全一本正经,

稍许带点盗心,稍许带点淫心。

我已全身都在感到

热闹的瓦尔普吉斯夜会。

等这佳节后天来到,

就明白为何要通宵不睡。

浮士德

那时宝物也会钻出地面①?

我看到那边微光闪闪。

梅非斯特

你不久就会感到愉快,

把那只小壶发掘出来。

我最近曾去瞟了一眼,

里面有贵重的狮子洋钱②。

浮士德

有没有宝石,有没有戒指,

让我送给我的情人?

梅非斯特

我确实看到一件东西,

象是穿着珍珠的丝绳③。

浮士德

这就很好!到她那里

不带礼物,真不好意思。

梅非斯特

岂能使你感到为难,

让你空手去享受一番。

现在天上布满着灿烂的星斗,

你且听真正的艺术作品:

我唱一首道德的歌,

更加可以迷惑她的心。

(弹齐特拉琴而唱。)

卡德林辛,

天刚刚黎明,

干什么事情

来到情郎的家门?

你不要糊涂!

他让你进去,

进去是闺女,

出来就不是女儿身④。

 

千万当心!

事情一成,

就不认人,

你们可怜的女流!

要爱惜自身,

对偷情的人

就不要当真,

除非是戒指戴上手。

瓦伦廷(走出。)

你这可恶之至的拐子!

该死!你要把谁引诱!

先来收拾掉你的乐器!

再来收拾你这个歌手!

梅非斯特

琴被打成两段!已经没有用处。

瓦伦廷

现在要打破你的头骨!

梅非斯特(对浮士德。)

先生,莫后退!振作起来!

紧跟着我,听我的话。

快把拂尘⑤拨了出来!

只管刺去!我来招架。

瓦伦廷

你招架吧!

梅非斯特

我怕你什么!

瓦伦廷

再来!

梅非斯特

当然!

瓦伦廷

对手好象是恶魔!

怎么回事?我的手已经麻木⑥。

梅非斯特(对浮士德。)

刺吧!

瓦伦廷(倒下。)

唉呀!

梅非斯特

这小子已经屈服!

可是走吧!我们要立刻逃走:

因为已经有人在叫喊“杀人!”

我有对付警察的本领,

对死罪判决却很感到棘手⑦。

玛尔太(在窗口。)

来人!来人!

格蕾辛(在窗口。)

拿盏灯来吧!

玛尔太(如前。)

他们正在殴打叫骂。

众人

一个已经完蛋!

玛尔太(走出。)

凶手,他们逃往哪里?

格蕾辛(走出。)

谁躺着?

众人

是你妈的儿子。

格蕾辛

全能者,真是灾难!

瓦伦廷

我要死了!说起来容易,

死起来更加便当。

你们这些女人,干吗哀号叹气?

你们过来听我讲!

(大家走过来围着他。)

我的格蕾辛,你还年轻,

你还一点不够精明,

你做了一桩错事。

我私下里对你直讲:

你已完全变成私娼;

这也是合该如此。

格蕾辛

哥哥!天主呀!这是什么话?

瓦伦廷

不要跟天主闹着玩吧!

过去的可惜已经过去,

今后如何,也无法抗拒。

你开始跟一个人私搞,

不久就有多人轮到,

等你的人数有了一打,

全城都要来跟你勾搭。

 

等到恥辱的结晶结出,

你秘密地把他生下,

你给他用黑夜之纱

连头带耳蒙住;

你还真想把他害死。

尽管他活着长大起来,

白天也抛头露面出外,

却不会长得美丽。

他的面孔越长得可憎,

他越是要走出去见人。

我已看到未来的情景,

一切规规矩矩的市民,

象避开死于瘟疫的尸体,

都要避开你这个娼妓。

只要他们盯住你看,

你就觉得胆战心惊!

你再不能戴上金项链⑧!

祭台旁边也不许立停!

你也不能去跳舞开心,

穿着美丽的花边衣领!

只好躲在阴暗角落里

跟乞丐、残疾人混在一起,

即使天主能对你恕罪,

你也得要不齿于人类!

玛尔太

快托付灵魂求天主庇佑!

您还要增加口舌的罪过?

瓦伦廷

你这拉皮条的无恥的东西,

我真想揪住你干瘪的身体!

这样我的一切罪恶,

才可望得到多多饶赦。

格蕾辛

哥哥!多厉害的苦痛!

瓦伦廷

我说,流泪有什么用!

当你不顾羞恥之时,

你给了我致命的打击。

我作为一个堂堂的武夫,

瞑目长眠,去见天主。(死去。)



脚注丨Fußnoten


① 民间传说:埋在地下的财宝每年向地面升近一点。地面上常有微光闪烁。见之者可据为己有。

② 狮子洋钱:一种镌有狮子纹章的银币。

③ 梅非斯特这句话暗示将来格蕾辛会被处绞刑。珍珠象征泪珠。

④ 本歌根据莎剧《哈姆雷特》第四幕第五场莪菲丽雅所唱的歌改作。

⑤ 指剑。

⑥ 瓦伦廷的手并非受伤,而是被梅非斯特的魔术弄成麻木。

⑦ 死罪判决是凭天主的名义而断定,故恶魔对此无能为力。

⑧ 在十五世纪的德国,行为不端的妇女,禁止穿华丽的服装,佩金银饰物和参加宗教仪式。



《悲剧第一部》:可分为两部分,前半部为浮士德部分,叙述浮士德对于知识感到不满足而极度烦闷;后半部为格蕾辛部分,叙述浮士德跟格蕾辛的恋爱,亦即格蕾辛的悲剧。这两部分都属于小世界,亦即市民社会,跟第二部的大世界,亦即政治社会相对照。《悲剧第一部》可分为二十四场,通常版本中并不标明场数,这里为了显目起见,根据Knaur版本在每场标题前冠以每场的数字。


第十五场以后,叙述浮士德继续追求格蕾辛,占有了她的肉体。就在那天夜晚,浮士德拿安眠药叫格蕾辛给她母亲服用,不想服得过量,她母亲竟因此丧命。格蕾辛的哥哥瓦伦廷知道了妹妹的丑事,跟浮士德和梅非斯特决斗,竟死在浮士德的剑下。后来,格蕾辛生了个私生子,她把婴儿溺死,犯了杀婴罪,被关进牢狱,判了死刑,并且得了精神病。当时浮士德因为杀了瓦伦廷而逃走,不知道格蕾辛的悲惨的下场。

(译本序)



译文名著典藏


   作者:[德] 歌德

译者:钱春琦

出版方:上海译文出版社


2013 - 6






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